Eins ist Gott

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Eins ist Gott.
Sechs Leben hat meine Geliebte. Für den Transport lebender Tiere zur Tötung hat der Landeshauptmann zu sorgen

Ein Hörstück von Bernhard Kathan und Günther Zechberger
44min
Erstausstrahlung: 6.12.2002 / ORF KUNSTRADIO
© Kathan / Zechberger

Die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz ist nur einer von vielen Hinweisen für eine grundlegende Neubewertung des Tieres. Während Tieren im neunzehnten Jahrhundert bestenfalls Schmerzfähigkeit zugestanden wurde, so sind Tiere heute zu den eigentlichen Platzhaltern menschlicher Regungen geworden. Die Fähigkeit, Angst, Trauer oder gar Mitleid zu empfinden, zeichnet nicht länger den Menschen aus. Manche gestehen Tieren sogar religiöse Empfindungen zu. Dass Tiere gleichzeitig in einer noch nie dagewesenen Weise industriell ausgebeutet und verwertet werden, ist nur auf den ersten Blick als Widerspruch zu sehen. In Wirklichkeit handelt es sich – wie es der Kulturanthropologe Gernot Böhme formuliert – um die Kehrseite derselben Medaille.

Das Hörstück Eins ist Gott. Sechs Leben hat meine Geliebte. Für den Transport lebender Tiere zur Tötung hat der Landeshauptmann zu sorgen setzt an diesem Widerspruch an, allerdings ohne diesen aufzulösen oder gar zu beantworten. Seit den Anfängen der Tierschutzbewegung bildet die Schmerzvermutung den zentralen Drehpunkt all ihrer Behauptungen. Verständlicherweise spielten und spielen dabei jene Schmerzen, die Tieren während des Tötungsaktes zugefügt werden, eine besondere Rolle. Erfahrungen wie Schmerz und Tod haben in den letzten hundert Jahren einen grundlegenden Bedeutungswandel erfahren. Tierdiskurse sagen letztlich wenig über das Schmerzempfinden der Tiere, in ihnen spiegeln sich vor allem menschliche Ängste. In ihnen wird vorweggenommen wie der Tod des Menschen in Zukunft organisiert sein wird. Die Vorstellung vom friedlichen Einschlafen, vom schmerzfreien Tod ist allemal problematisch. Ohne Mühe ließe sich belegen, dass eben diese Vorstellung nicht nur die Konsumenten beruhigt, sondern in der praktischen Umsetzung zu einem enormen Beschleunigungsschub in den Schlachthöfen geführt hat.

Das umfangreiche Textmaterial des Hörstücks besteht im Kern aus Anleitungen wie gesetzlichen Regelungen zur Frage “richtigen” Tötens von Tieren. Es handelt sich in einem gewissen Sinne um Abfallmaterial, welches während vieler Jahre in Forschungsprojekten, in denen ich mich mit dem Mensch-Tier-Verhältnis beschäftigt habe, angefallen ist. Das Hörstück ist auch ein Versuch, eine – auf das Thema bezogene – sinnliche Dimension zu öffnen, die in kulturhistorischen Abhandlungen nicht oder nur bedingt möglich sein kann.

Die Reaktionen auf das Hörstück sind sehr unterschiedlich. Manche halten mich für einen Tierschützer und Vegetarier. Ich esse Fleisch, wenn auch in Maßen. Tierschützer bin ich nicht, auch wenn ich mich für Tiere interessiere, dem Geschrei von Mardern oder dem Blöken von Schafen aufmerksam zuhöre oder selbst kleinsten Insekten meine Aufmerksamkeit schenke. Andere wiederum vermuten die Lust an der schaurigen Beschreibung. Die Beschäftigung mit Schmerz und Tod, letztlich mit der Zerbrechlichkeit des Lebens, ist alles andere als vergnüglich.

Der Text ist nach exakt festgelegten Regeln montiert. Günther Zechberger hat diesen in einer für mich sehr überzeugenden Weise musikalisch umgesetzt. Das Verhältnis von Text und Musik bzw. Geräuschen zählt in Sprechstücken zu den wesentlichen Herausforderungen. Wir waren uns darin einig, dass Text und Musik als komplementäre und gleichwertige Teile des Ganzen zu sehen sind, dass es assoziative Räume zu öffnen und zu erschließen gilt. Aber vergessen Sie dies alles! Hören Sie einfach hin, vielleicht so, als wären sie unvermittelt in ein postmodernes Passionsbild gerutscht.

Bernhard Kathan, 10.1.2003

Sophie Wendt — Sprecherin
Florian Eisner, Franz Kaslatter — Sprecher
Elisabeth Nicolussi — Mezzosopran
Ernst Theuerkauf — Viola
Stephan Becker — Saxophon
Karlheinz Siessl — Tuba
Gerhard Gruber — Perkussion

Zyklen, Turbulenzen

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4. Tag der Geowissenschaften
„Dürfen die das? – Eine Begegnung zwischen Kunst und Geowissenschaften“

Freitag, 29. November 2013
Aula der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

„Zyklen/Turbulenzen“ (UA, 11:15)
für Bass-Klarinette und computergenerierte Klangmatrix …

Zyklen/Turbulenzen: Probenausschnitt I (3’12“)


Zyklen/Turbulenzen: Probenausschnitt II (2’19“)

… in Interaktion mit wissenschaftlichen Beiträgen von Mathias Rotach und Mario Vötsch

Im Auftrag des Forschungszentrums Klima und Kryosphäre /
Fakultät für Geo- und Atmosphärenwissenschaften

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Stephan Moosmann: Bass-Klarinette
Günther Zechberger: Live-Elektronik

→ Tag der Geowissenschaften — Video

Granite Head

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Günther Zechberger / Peter Riedlsperger
ein musikalisches Brückennetzwerk zum Thema Rivers and Bridges

Konzert • Radio-Live-Übertragung (OE1, RNE1) • musikalisches Brücken-Netzwerk
05.09.96; Piller bei Wenns auf dem Skulpturenfeld Fuchsmoos des Bildhauers Kassian Erhart

Der direkte Bezug zur „Brücke“ als Bauwerk wird in einer medialen bzw. wahrnehmungstheoretischen Weise übersetzt. Dabei wird die Metapher der Brücke in ihrem semiotischen Wert nicht nur als Codesample der Verbindung – also positiv – gesehen, sondem auch als Trennung – die Differenz, die Grenze. Dies ist dem Grundgedanken einer strukturellen I nformationstheorie verpflichtet: aus der Differenz die Information zu erkennen.

Ausgehend von einem theoretischen Verhältnis potentieller Möglichkeiten zu den faktisch verwendeten, ist ein Sprachsatz (eine Sprache) kleinen Umfangs installiert, den das Publikum auslösen kann. Der Besucher wird in die Lage versetzt, bestimmbare Aktionen mittels seines Verhaltens auf der Brücke auszulösen.

Das Zentrum des Projektes bildet eine begehbare Granitskulptur von Kassian Erhart, die als Brücke über einen kleinen Bach gelegt wird. Diese Brücke wird von Günther Zechberger klanginstalliert – d.h. das Begehen, Überqueren von Brücken wird hörbar. Die Musiker des Ensembles werden sich aus der Landschaft dem Skulpturenfeld Fuchsmoos allmählich nähern, mit dem Ziel, sich im Zentrum – auf der Granitbrücke – zu treffen. Damit wird die Landschaft akustische abgebildet, die Rundfunkübertragungen dieses Abbildes sind Transportwege von Landschaft.

Nach Erreichen des Zentrums verteilen sich die Musiker auf dem Skulpturenfeld, nehmen zum einem Kontakt mit den Skulpturen auf und interagieren mit diesen, zum anderen mit Musikern aus Madrid um mit diesen gemeinsam zu konzertieren. Die Brücke wird dem Publikum überlassen, das durch Begehen, Bestampfen, Betanzen auf die Musiker reagieren kann.

Das Thema der Evolution der Wahrnehmung wird durch die elektronischen Möglichkeiten neu erfragt. So wird der Zusammenhang von Bewußtsein als Beurteilung der Wahrnehmung von „außen“ und „innen“ in einen apparativen Zusammenhang gesetzt – der apparative Zusammenhang als Veränderung individualistisch – hierarchisch orientierter Seinsauffassungen zu möglichen vernetzten interSUbjektiven, nichtindividuellen Seinsauffassungen. 

Stills sind der Beginn eines onlineKompositionsprojektes das als Konzept einer online-Diskussion und – Kommunikation im Bereich der Entwicklung vernetzter neuer musikalischer Produktionsweisen dienen soll. 

Neben der Realisierung der Kompositionen für Band, Live-Elektronik und analoge Instrumente ist das Tiroler Ensemble tür Neue Musik auch stellvertretender Akteur des Publikums auf dem Skulpturenfeld.

Nicht im Hintergrund, sondern auf einer weiteren musikalischen Ebene wird elektroakustische Musik in das Klangprojekt mit einbezogen:

hear the sky“ (Peter Riedelsperger) und „Stills – electroacoustic songs“ (Günther Zechberger)

  • hear the sky„:durch Frequenztransformationen von astronomischen Spektren (CCD Aufnahmen) bestimmter beobachtbarer Objekte in Klangspektren wird eine Hörbarmachung dieser Objekte erzielt. Bestimmte Frequenzverteilungen in den aufgenommenen astronomischen Objekten werden durch lineare und nichtlineare Transformation in akustische überführt, die weiters durch eine definierte elektroakustische Bearbeitung in Klang verwandelt werden. Die elektroakustische Bearbeitung wird durch eine Soundbearbeitungshard- und Software in zeitlich vereinheitlichter Weise abgebildet bzw. auf eine durch die Entfernungsbewegung der Objekte bestimmten virtuellen dynamischen Zeitachse.
  • Stills – electroacoustic songs“ (Günther Zechberger) diesem Projekt geht ein „call for sampies“ voraus. In diesem „call for sampies“ wird um Klangsampies aus aller Welt gebeten. Dies sollen Sampies von
    • Vokalmusik a capella
    • Musik (improvisiert) von Kindern“ Amateuren, professionellen Sängern, Vokalensembles und. Chören
    • mit Text in jeder Art von Sprache – Dialekt, Slang ,Hochsprache etc •• – ohne Text
    • jeder Art von musikalischen Stilrichtungen – kulturelle und ethnische
    • im Format AIFF oder SD 11
    • mono
    • mit Sampleraten von 22050 bis 44100
    • und einer maximale Länge: 7 Sekunden sein.

Stills“ sind hier akustische Momentaufnahmen aus der ganzen Welt – Samples von Vokalmusik a capella. Diese Sampies bilden das Grundmaterial für einen akustischen Film – Kompositionen.

Das Ensemble spielt und ist das „Dramatische“ und „Sinnliche“ zur vermittelten abstrakten Anschauung der elektronischen Projekte. Es wird eine Brücke zwischen den Musikern auf dem Skulpturenfeld und den virtuellen Brücken im Rundfunk und im Netz hergestellt. 

Weitere Brücken:

  • visuelle Brücke Reutte – Skulpturenfeld Fuchsmoos I Piller via Internet (CuSeeme)
  • akustische Brücke: lnn von der lnnbrücke in Innsbruck (Installation von Andres Bosshart) zum Bach auf dem Skulpturenfeld
  • in der Zeit vom 15. August bis zum 7. September findet auf dem Skulpturenfeld ein Symposium zum Thema „Malevich’s Nachfolger“ statt. Eingeladen dazu sind zwei Maler aus Rußland – Anna Rezwanova und Jurij Gobanov – und zwei Bildhauer aus dem Pitztal – Werner Seidner und Kassian Erhart. Die ca. 5 Tonnen schwere Granitbrücke wird im Rahmen dieses Symposiums „gelegt“. Am 7. September wird in der Galerie des Skulpturenfeldes eine Ausstellung mit Werken der beiden russischen Maler eröffnet (Dauer bis Dezember 96). „Granite Head“ ist nicht zuletzt auch als Brückenpfeiler zwischen Symposium und Ausstellung, Rußland und Tirol, Musik und Bildende Kunst zu verstehen.

Rundfunkl-Live-Übertragung: Hans Soukup, Bernhard Triendl (Toningenieur)
Musikalisches Konzept, Komposition, musikalische Leitung: Günther Zechberger
Konzept: Günther Zechberger, Peter Riedlsperger

Begegnungen

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Konzerte – Komponist/inn/en Portraits – Round Table

„Begegnungen” (1999 bis 2003) ist ein auf 5 Jahre konzipiertes Komponist/inn/en-Treffen in Tirol. Das erklärte Ziel war, mit Konzerten, Komponist/inn/en Portraits, Round Tables, Diskussionen und Gesprächen Begegnungen zwischen Publikum, Musiker/innen und Komponist/inn/en zu ermöglichen und den Impuls für ein allmählich wachsendes globales Netzwerk von Komponist/inn/en, Musiker/innen und Publikum zu geben.

Jedes Jahr wurden 6 Komponist/inn/en nach Tirol eingeladen. In jeweils drei Konzerten/sechs Konzerthälften mit dem Tiroler Ensemble für Neue Musik wurden die Komponist/inn/en portraitiert, dem Tiroler Publikum und, in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Rundfunk, auf OE1 Hörerinnen und Hörern über die Tiroler Grenzen hinaus vorgestellt.

Die Komponistinnen und Komponisten kamen aus Albanien, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Israel, Italien, Japan, Kroatien, Malta, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, Ungarn und den USA.

„Begegnungen 1999”

Gäste:
Lotta Wennäkoski, Komponistin (Finnland)
Takumi Endo, Komponist (Japan)
Bernhard Gander, Komponist (Österreich)
Lior Navok, Komponist (Israel)
David Revill, Komponist (England)
Ruben Zahra, Komponist (Malta)

Round Table „Musik und Identität“ mit:
Dr. Irene Suchy, Musikwissenschafterin, Universität Wien
Dr. Barra Boydell, Musikwissenschafter, Maynooth Collge Irland
Dr. August Schmidhofer, Musikwissenschafter Universität Wien
Dr. Tilman Seebass, Musikwissenschafter Universität Innsbruck

„Begegnungen 2000”

Gäste:
Hommage an Barbara Buczek, Komponistin (Polen)
Athanasia Tzanou, Komponistin (Griechenland)
Rhona Clarke, Komponistin (Irland)
Rafael Liñan, Komponist (Spanien)
Sokol Shupo, Komponist (Albanien)
Günther Zechberger, Komponist (Österreich)

„Begegnungen 2001”

Gäste:
Sanja Drakulić, Komponistin (Kroatien)
Gerard Pape, Komponist (Frankreich)
Johannes Wallmann, Komponist (Deutschland)
Alberto Caprioli, Komponist (Italien)
Bruno Karrer, Komponist (Schweiz)
Igor Lintz-Maues, Komponist (Österreich)

Leitung des Round Table:
Mag. Robert Jamieson Crow

„Begegnungen 2002”

Gäste:
Maja Solveig Kjelstrup Ratkje, Komponistin (Norwegen)
Fredrik Österling, Komponist (Schweden)
Miguel Azguime, Komponist (Portugal)
Bill LePage, Komponist (USA)
István Szigeti, Komponist (Ungarn)
Wolfgang Liebhart, Komponist (Österreich)

Begegnungen 2003”

Gäste:
Lotta Wennäkoski, Komponistin (Finnland)
Gerard Pape, Komponist (Frankreich)
David Revill, Komponist (England)
Thoma Simaku, Komponist (Albanien/England)
Günther Zechberger, Komponist (Österreich)
Harry Sparnaay, Bassklarinette (Niederlande)

Round Table „Zeitgenössische Musik in einer demokratischen Gesellschaft“:
unter der Leitung von Dr. Bernhard Braun, Philisoph, Universität Innsbruck

Kreuzwegreflexionen

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Reflexionen zum Kreuzweg in der Kathedrale von Osor

In den 80iger Jahren schufen 14 kroatischer Maler einen Kreuzweg, den sie dann der Kathedrale von Osor schenkten. Jeder der Künstler widmete sich einer der 14 Stationen. Diese Idee aufgreifend wurden von mir 14 Komponisten eingeladen, je eine „Reflexion“ zu einem der Gemälde / Stationen zu schreiben.

Musikalisches Konzept:

  • Die Dauer der Komposition soll 3 Minuten nicht überschreiten
  • Alle Kompositionen werden als ein Stück mit 14 Sätzen aufgeführt
  • Die sieben Instrumente werden im gesamten Kirchenraum verteilt um einen optimalen raumakustischen Effekt zu erzielen
  • Die Komponisten können maximal 4 Instrumente aus der folgenden Besetzungsliste auswählen:

Flöte (Gr / Alt / Bass)
Saxophon (Sopran / Alt)
Tuba
Gitarre
Akkordeon
Percussion
Viola / Viola d’amore.

Mein großer Dank gilt folgenden Komponisten, die bereit waren, sich an diesem Projekt zu beteiligen:

Lior Navok (Israel); 1. Station
David Revill (England); 2. Station
Stefan David Hummel (Österreich/Deutschland); 3. Station
Sanja Drakulić (Kroatien); 4. Station
Rhona Clarke (Irland); 5. Station
Norbert Hoffmann (Österreich/Deutschland); 6. Station
Thoma Simaku (Albanien / England); 7. Station
Dimitrije Bužarovski (Mazedonien); 8. Station
Hansjörg Sofka (Österreich); 9. Station
Antun Tomislav Šaban (Kroatien); 10. Station
Boguslaw Schaeffer (Polen); 11. Station
Anđelko Igrec (Kroatien); 12. Station
Alexander Zimmermann (Österreich); 13. Station
Günther Zechberger (Österreich); 14. Station

Die Kreuzwegreflexionen wurden in Innsbruck, Veli Losinj, Mali Josinj, Hall in Tirol, auf der Biennale Zagreb, in Rijeka, Delnice und Seefeld aufgeführt

Link zu: Stationen / Bilder / Komponisten / Besetzung

BrassBend

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Installation — Interaktion — Improvisation

Premiere: 10. Juni 1996, Krippgasse, Hall in Tirol

13 Metallplatten aus Schwarzblech und Messingblech, 45 bis 90 cm breit / 120 bis 230 cm hoch,
werden über Lautsprecher in Schwingung versetzt — zum Klingen gebracht.

Material und Maße:

  1. Stahlblech: 47 x 213cm
  2. Messingblech: 53 x 189 cm
  3. Stahlblech: 57 x 175 cm
  4. Messingblech: 67 x 149 cm
  5. Stahlblech: 71 x 141 cm
  6. Messingblech: 73 x 137 cm
  7. Stahlblech: 79 x 127 cm
  8. Messingblech: 87 x 115 cm
  9. Stahlblech: 91 x 110 cm
  10. Messingblech: 97 x 103 cm
  11. Stahlblech: 101 x 99 cm
  12. Messingblech: 103 x 97 cm
  13. Stahlblech: 107 x 93 cm

Plattenanordnung

Installation:

Die 13 Metallplatten werden in V-Anordnung in 5 Meter Höhe zwischen dem Bachlechnerhaus und der Europahauptschule auf Drahtseile gehängt, mit Lautsprecher bestückt und dem MIDI-System verkabelt

Komposition:

  • Struktur für analoge Instrumente, die das MIDI-System kontrollieren
  • abstrakte, unhörbare MIDI-Komposition zur Kontrolle der Metallplatten
  • Hendekaphonie für 13 Metallplatten, räumlich, makro- und mikrotonal

Interaktion und Improvisation:
Musiker via MIDI-System in Interaktion mit den Blechplatten

experiment art Bolzano, Italien, 1997
Bearbeitung der Blechplatten im Sandbett und mit Teerlack: Paul Zechberger

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piu forte

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Kassian Erhart / Günther Zechberger: piu forte

Dieses Projekt ist das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit diesem Raum und dessen Identität – Wasser, Wasserkraft, Energie. Der Titel der Ausstellung „Techniker für Künstler“ könnte dazu verleiten, anzunehmen, daß hier Gegensätze überwunden werden. In Wirklich besteht zwischen Technik und Kunst kein Widerspruch – die Frage, die wir uns gestellt haben ist vielmehr, ob Kunst ohne Technik überhaupt möglich ist.

„piu forte” ist eine begeh- und durchgehbare Skulptur, die aus folgenden Komponenten besteht:

  • symbolischer Stollen aus Eisengitter
  • elektronisches Bild von der Überwachungskamera aus der Runserau
  • Klang 1: Zusammenfluß von Fagge und Inn ca. 3km oberhalb der Staustufe Runserau (Band); aufgenommen am 15. 05. 97 zwischen 9uhr30 und 10uhr30; (Lautsprecher 1, 2, 3)
  • Klang 2: 1. Turbine des Kraftwerkes, durch die dieses Wasser rinnt; (live)
  • Klang 3: Schwallkammer des Kraftwerkes; (live)
  • Steinskulptur, der Pitze entnommen; dieser Stein wurde über Jahrtausende von der Pitze bearbeitet und in seine jetzige Form gebracht. Die Pitze ist neben dem Inn der zweite Hauptlieferant für das Kraftwerk Imst.

Die geplante Gleichzeitigkeit der Klänge mußte aufgrund unüberwindbarer technischer Hürden auf zwei Klangquellen reduziert werden – deshalb ist der Klang 1 nur vom Band zu hören.

Im Rahmen unseres Projektes „granite head“ aus dem vergangenen Jahr wurden die Klangaufnahmen des Inn live auf das Skulpturenfeld Fuchsmoos / Piller überspielt. Dabei wurde der Inn akustisch für eine begrenzte Zeit wieder dahin zurückverlegt, wo er einmal war. Das jetzige Projekt hat wiederum den Inn zum Thema – diesmal, wie er unterirdisch durch den Berg fließt.

„piu forte” ist auch eine Weiterführung unserer Auseinandersetzung mit dem Inn.

Sprachgang

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Mobiles 8-Kanal Mobile

Uraufführung:
Interventionen Stams, 30. September bis 01. Oktober 1999

Equipment:

  • Protools d24 card plus dsp farm
  • Interface: Pro Tools 822/20 – I/O
  • PowerMac G3 / 266
  • externe HD, 1GB
klanginstallation

Stams 1999