Notationen – Wien

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Lore Heuermann, Günther Zechberger: Panta Rei – Notationen

Performance in der Galerie Hofstätter Wien, 11. bis 13. Juni 2000

Lore Heuermann: Kalligrafie
Sabine Sonnenschein: Tanz
ticom – Tiroler Ensemble für Neue Musik:

Angelika Hensler (Blockflöten), Julia Singewald (Flöte), Petra Stump (Bassklarinette), Stefan Becker (Saxophon), Tobias Zangerl (Horn), Günther Zechberger (Leitung)

Fotos: Christian Unterhuber

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Notationen

Lore Heuermann, Günther Zechberger
Performance – Kalligrafik – Musik

Die Verwendung der Notenschrift, in rund 1000 Jahren parallel zu unserer Kunstmusik entwickelt, galt lange Zeit als Privileg, bestimmten Gesellschaftsschichten und bestimmter Musik vorbehalten. Als Zeichen einer nonverbalen Sprache ist unsere Notenschrift mittlerweile am Ende ihrer Entwicklung angelangt, sie funktioniert nahezu perfekt und ist mit Sicherheit Teil unserer höchsten Kulturgüter. Entwickelt wurde die Notenschrift nicht zuletzt aus dem Bedürfnis, Musik wiederholbar zu machen und es mutet fast zynisch an, daß die musikalische Entwicklung bedingt durch technischen Fortschritt die absolut idente Wiederholbarkeit in einem Bereich der Musik realisiert hat, in dem Notation nur noch eine Randerscheinung ist – nämlich in der elektroakustischen Musik, die in diesem Jahr gerade 50 Jahre alt wurde.

Notation als Erscheinungsform von Zeichen/Sprache bleibt das zentrale Thema des gemeinsamen Projektes mit Lore Heuermann. Komponierte und somit notierte Musik wird von den Musikern des Tiroler Ensemble für Neue Musik“ in Klang umgesetzt, vom Zeichen zur Sprache verwandelt. Lore Heuermann wird in Echtzeit auf 7 Meter langen Papierrollen grafisch auf die Sprache“ reagieren und diese wieder zu Zeichen machen. Sprache“ ist nun in einem weiten Sinn zu verstehen, da Lore Heuermann nicht nur auf die Sprache Klang reagiert, sondern sehr wohl auch auf die aufführungsbedingten Bewegungen, also die Körpersprache der Musiker. Die dabei entstehende Kalligrafik ist das Resultat aus akustischer und optischer Wahrnehmung, Emotionalität, Intelektualität und handwerklichem Können.

Somit schließt sich in diesem Projekt nur scheinbar ein Kreis – scheinbar, da es sehr wohl denkbar ist, die kalligrafischen Arbeiten von Lore Heuermann in Klingendes, also Musik, zurück zu verwandeln, wegen der Komplexität der kalligrafischen Arbeiten jedoch nicht die musikalischen Ergebnisse in die idente Notenschrift.

05. September, Skulpturenfeld Fuchsmoos
Lore Heuermann – Günther Zechberger – ticom, Tiroler Ensemble für neue Musik

Notationen – Panta Rhei
Lore Heuermann, Günther Zechberger
Interaktion von Kalligrafie, Tanz und Musik in Wien und Berlin

Tänzerin: Sabine Sonnenschein
Musiker: ticom – Tiroler Ensemble für Neue Musik

  • Wien: Galerie Hofstätter, 11. bis 13. Juni 2000
  • Berlin: Altes Stadthaus Berlin, 1. September 2000

zur Fotodokumentation Wien
zur Fotodokumentation im Alten Stadthaus Berlin (Probe)
zur Fotodokumentation im Alten Stadthaus Berlin (Aufführung)
zur Videodokumentation PantaRhei Wien II
zur Videodokumentation Panta Rhei Berlin

Notationen – Original, Kopie und Interpretation
hidden museum / Fraxern, Vorarlberg
  • Notation – Original, Kopie: Günther Zechberger
  • Interpretation: Angelika Hensler, Kontrabassblockflöte

zur Fotodokumentation

Verlorene Orte – Verdichtete Zeit

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Klanginstallation zur Ausstellung „Verlorene Orte – Verdichtete Zeit“ von Lore Heuermann

OEBV Atrium, Grillparzerstraße 14, 1010 Wien, 2007

 

Die Klanginstallation besteht aus drei unterschiedlich langen Klangarbeiten die in Endlosschleifen wiedergegeben werden.

In der ersten Arbeit wird der Klang von Menschen in einer großen Halle von der Glaswand projiziert. Damit wird die strenge Begrenzung des ÖBV-Atriums aufgehoben, der Raum „verliert“ sich. Die Besucher werden in diesen Klangraum direkt integriert. Sie werden mit-klingender Teil der Projektion.

Die Arbeiten 2 und 3 werden in diesen Klangraum eingebettet. Projiziert von oben (vis a vis – 1. und 2. Etage) tauchen sie im Raum auf und verlieren sich wieder. Im Gegensatz zur ersten Klangarbeit sind diese Kompositionen mit konkretem Material. Das Klangmaterial bestehen aus einer Vielzahl von Ausschnitten (Samples) aus Kompositionen in denen ich mich mit den Themen Verlust und Trauer auseinander gesetzt habe. Die Samples haben ihren ursprünglichen Ort der Aufführung und Aufnahme, ihre Flüchtigkeit durch die Wiederholungen in einer Endlosschleife und ihren Bezug zu den aufführenden Musikern verloren. Aus diesem konkreten Klangmaterial entstanden Miniaturkompositionen, die in der Arbeit 2 nach ihrer Dauer – von der kürzesten bis zur längsten – geordnet sind. In der Arbeit 3 werden diese Kompositionen in umgekehrter Reihenfolge – im Krebs – wiedergegeben. Die Miniaturen sind durch immer länger werdende Pausen voneinander getrennt. Durch die unterschiedliche Dauer der Klangschleifen 2 und 3 wird das Zusammentreffen der einzelnen Miniaturkompositionen dem Zufall überlassen. Der Klang verdichtet sich und verliert sich wieder, die vermeintliche Strenge ist aufgehoben.

Die gesamte Klanginstallation wird über einen Bewegungssensor gesteuert. Wenn Sie das Atrium betreten „starten“ Sie die Installation, wenn Sie das Atrium verlassen, schaltet sich die Installation nach ca. 6 Minuten ab.

Verlorene Orte – Verdichtete Zeit: Klangarbeit 1

Verlorene Orte – Verdichtete Zeit: Klangarbeit 2

Verlorene Orte – Verdichtete Zeit: Klangarbeit 3