Notationen

Lore Heuermann, Günther Zechberger
Performance – Kalligrafik – Musik

Die Verwendung der Notenschrift, in rund 1000 Jahren parallel zu unserer Kunstmusik entwickelt, galt lange Zeit als Privileg, bestimmten Gesellschaftsschichten und bestimmter Musik vorbehalten. Als Zeichen einer nonverbalen Sprache ist unsere Notenschrift mittlerweile am Ende ihrer Entwicklung angelangt, sie funktioniert nahezu perfekt und ist mit Sicherheit Teil unserer höchsten Kulturgüter. Entwickelt wurde die Notenschrift nicht zuletzt aus dem Bedürfnis, Musik wiederholbar zu machen und es mutet fast zynisch an, daß die musikalische Entwicklung bedingt durch technischen Fortschritt die absolut idente Wiederholbarkeit in einem Bereich der Musik realisiert hat, in dem Notation nur noch eine Randerscheinung ist – nämlich in der elektroakustischen Musik, die in diesem Jahr gerade 50 Jahre alt wurde.

Notation als Erscheinungsform von Zeichen/Sprache bleibt das zentrale Thema des gemeinsamen Projektes mit Lore Heuermann. Komponierte und somit notierte Musik wird von den Musikern des Tiroler Ensemble für Neue Musik“ in Klang umgesetzt, vom Zeichen zur Sprache verwandelt. Lore Heuermann wird in Echtzeit auf 7 Meter langen Papierrollen grafisch auf die Sprache“ reagieren und diese wieder zu Zeichen machen. Sprache“ ist nun in einem weiten Sinn zu verstehen, da Lore Heuermann nicht nur auf die Sprache Klang reagiert, sondern sehr wohl auch auf die aufführungsbedingten Bewegungen, also die Körpersprache der Musiker. Die dabei entstehende Kalligrafik ist das Resultat aus akustischer und optischer Wahrnehmung, Emotionalität, Intelektualität und handwerklichem Können.

Somit schließt sich in diesem Projekt nur scheinbar ein Kreis – scheinbar, da es sehr wohl denkbar ist, die kalligrafischen Arbeiten von Lore Heuermann in Klingendes, also Musik, zurück zu verwandeln, wegen der Komplexität der kalligrafischen Arbeiten jedoch nicht die musikalischen Ergebnisse in die idente Notenschrift.

05. September, Skulpturenfeld Fuchsmoos
Lore Heuermann – Günther Zechberger – ticom, Tiroler Ensemble für neue Musik

Notationen – Panta Rhei
Lore Heuermann, Günther Zechberger
Interaktion von Kalligrafie, Tanz und Musik in Wien und Berlin

Tänzerin: Sabine Sonnenschein
Musiker: ticom – Tiroler Ensemble für Neue Musik

  • Wien: Galerie Hofstätter, 11. bis 13. Juni 2000
  • Berlin: Altes Stadthaus Berlin, 1. September 2000

zur Fotodokumentation Wien
zur Fotodokumentation im Alten Stadthaus Berlin (Probe)
zur Fotodokumentation im Alten Stadthaus Berlin (Aufführung)
zur Videodokumentation PantaRhei Wien II
zur Videodokumentation Panta Rhei Berlin

Notationen – Original, Kopie und Interpretation
hidden museum / Fraxern, Vorarlberg
  • Notation – Original, Kopie: Günther Zechberger
  • Interpretation: Angelika Hensler, Kontrabassblockflöte

zur Fotodokumentation

Lauschangriff

das hidden museum als Bienenhaus

Sechs- & Zweikanal Klanginstallation

hidden museum, 27. Juni bis 4. Juli 2004
Fraxern / Vorarlberg
in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Anna Gerlitz aus Graz

Ein ganzer Staat – 15 bis 20 tausend Lebewesen – wurden belauscht. Von aussen, von innen – während starker Aktivität und während vermeintlicher Inaktivität. Das Resultat dieses Lauschangriffes sind „Bienengeschichten“. Diese Geschichten werden nicht von Bienen erzählt und es sind keine Geschichten über Bienen. Es sind Geschichten ohne Inhalt, aufgebaut auf Erzählstrukturen, die nichts erzählen; deren einziger Sinn Klang ist.
Lauschangriff ist eine abstrakte akustische Pantomime, die aus klanglichen Gebärden konstruiert wurde.

artenne, 20. Mai bis 11. Juni 2006
Kirchgasse 6
Nenzing, Vorarlberg
jeden Freitag, Samstag und Sonntag von 17:00 bis 19:00